31. Mai 2017 – Wormser Zeitung

Der Orden der Freunde des Pfeddersheimer Wein auf den Spuren Luthers

Fast alles dreht sich in diesem Jahr um Luther. Und auch der Orden der Freunde des Pfeddersheimer Weins beschäftigt sich mit dem Leben des Reformators. Nachdem die Weinfreunde im März bereits beim Weinkolleg unter dem Thema „Luther und der Wein – 500 Jahre Reformation“ einiges über die Reformationsgeschichte gehört hatten und verschiedene Lutherweine verköstigten, begaben sich die Pfeddersheimer nun auf Spurensuche.

Lange reisen musste der Tross nicht, um sich mit Luther auseinanderzusetzen: Vorsitzender Günter Bleise hatte zur Lutherführung in die Wormser Innenstadt geladen. 25 Weinfreunde, darunter sechs Gäste, machten sich auf, um Neues über den Reformator zu erfahren, und zwar als Ergänzung zum Weinkolleg im März.

Friedel Lahr, Ordensmitglied und Wormser Stadtführer, übernahm den Part des Gästeführers. Der Rundgang begann am Schicksalsrad auf dem Obermarkt. Auch Luther ist auf dem Rad zu finden. Der Weg führte weiter zum Lutherdenkmal, das neben dem internationalen Reformationsdenkmal in Genf als weltweit größtes Reformationsdenkmal gilt. Vor dem Denkmal berichtete Lahr über den Verlauf der Reformationsgeschichte.

Weiter ging die Spurensuche im Heylshofpark, wo seit Kurzem unter anderem die Luther-Schuhe zu sehen sind und wo früher der Bischofshof war. Im Museum Heylshof besuchte die Gruppe die Sonderschau „Luther in Worms 1521 – Der Ort des Geschehens“, in der gezeigt wird, wie die Stadt und der Bischofshof vor 500 Jahren aussahen. Alle waren sich einig, dass die 3D-Animationen und Visualisierungen sehr gelungen seien.

Doch damit noch nicht genug. Der Weg führte weiter zum Lutherzimmer im Museum im Andreasstift, das sich speziell mit dem Aufenthalt Luthers in Worms befasst. Anhand von Schriftstücken, historischen Münzen und kunsthandwerklichen Objekten wird auf die Zeit vor 500 Jahren Bezug genommen. Zu sehen ist auch der Lutherkopf, den Ernst Rietschel ursprünglich für das Lutherdenkmal entworfen hatte. Der Ausstellungsraum stellt aber nicht allein die Person und den Gelehrten Martin Luther vor, sondern erläutert die örtlichen und historischen Voraussetzungen der freien Reichstagsstadt Worms des Jahres 1521 sowie die Anreise und Ankunft Martin Luthers am 16. April. Für die Pfeddersheimer war der Besuch hochinteressant.

Und zum Abschluss der Führung unter der Leitung von Friedel Lahr saßen die Weinfreunde noch einmal zusammen – ständesgemäß bei einem Glas Lutherwein im Weinladen am Weckerlingplatz.

Der Orden der Freunde des Pfeddersheimer Weins beschäftigt sich mit dem Reformator. Nach dem Weinkolleg im März folgte nun eine Führung auf Luthers Spuren durch die Wormser City. Foto: Dr. Michael Finzer

Foto Dr. Michael Finzer