2017 (1)

Kultur und Wein in Rheinhessen

Rheinhessische Kleinode kennenlernen ist ein fester Bestandteil des Jahresprogramms des Ordens der Freunde des Pfeddersheimer Weins. Gau Algesheim , am Rand der Mainz-Ingelheimer Rheinebene gelegen, blickt auf eine vergleichbare geschichtliche Vergangenheit zurück wie Pfeddersheim. Die erste urkundliche Erwähnung erfuhr der Ort im Jahr 766, Pfeddersheim im Jahr 754. Die Stadtrechte wurden Gau Algesheim im 

 

Jahr 1332 verliehen und Stadt ist sie ohne Unterbrechung bis heute bei einer Einwohnerzahl von ca. 7000 geblieben. Bei einer bestockten Rebfläche von 265 ha (70 % Weißwein, 30 % Rotwein) verfügt die Stadt über 17 Vollerwerbsweingüter. Die Wein- und Kulturbotschafterin Frau Dr. Krenkel zeigte den Teilnehmern bei einem Stadtrundgang die stattlichen Höfe mit ihren barocken Hausfassaden und das schöne Ensemble des Marktplatzes mit dem Rathaus sowie der kath. Kirche mit ihrem Stadtbild prägenden spätgotischen Turm. Die nur wenige Tage zuvor abgeschlossene Restaurierung des einzigen noch erhaltenen Stadtmauerturms, der eingerahmt zwischen Welzbach und der alten Stadtmauer liegt, zeugt von einem gelungenen Altstadtsanierungsprogamm. Dr. Kemmer von der Carl-Brilmayer Gesellschaft erläuterte im Stadtmuseum die wechselvolle Geschichte von 

 

Gau Algesheim. Carl Brilmayer (1843-1905), Lehrer am Gymnasium in Gau Algesheim, der auch eine Zeit lang an der Großherzoglichen Realschule in Worms (1883) unterrichtete (heute Gauß Gymnasium), verfasste das Standardwerk „Rheinhessen in Vergangenheit und Gegenwart“. Am Ende des Stadtrundgangs fand die Ordensfahrt im Weingut Schlossmühle, das sich seit dem 16. Jahrhundert im Familienbesitz befindet, mit einer informativen Kellerführung, einer Weinprobe mit fruchtig frischen Weinen und einem reichhaltigen Büffet ihren Abschluss. Vorsitzender Günter Bleise bedankte sich zum Abschluss beim Ordensmitglied Dieter Kirchner für die gelungene Organisation der weinkulturellen Exkursion.

D.Kirchner