7.6.18 – Paternusbote

Ordensfahrt ins Rotweinparadies

Die Wiege des deutschen Spätburgunders liegt zwar im Weinanbaugebiet Bodensee, doch die größte zusammenhängende Spätburgunder Anbaufläche in Deutschland befindet sich an der Ahr. Mit 563 Hektar ist das Ahrtal die viertkleinste Weinlandschaft Deutschlands, in dem 84 % mit Spätburgunderreben bestückt sind. Die Steilhänge in der bizarren Felsenlandschaft des Ahrtals zeigen ein fein gegliedertes Parzellenwirrwarr, die einen sehr hohen manuellen Arbeitsaufwand und Handlese erfordern. Bereits im Jahr 1868 führte die starke Zergliederung der Winzerbetriebe zur Gründung einer großen Zahl von Winzergenossenschaften.
Heute sind 90 % der Winzer in nur noch 12 Winzergenossenschaften organisiert. Ein hohes Qualitätsbewußtsein und die sog. „grüne Lese“, die
Selektierung der Trauben am Stock, und ein Ernteertrag von nicht mehr
als 45 Hektoliter pro Hektar führen zu Spitzenerzeugnissen. Während der
4-tägigen Exkursion in das Rotweinparadies Ahr verkosteten die Freunde
des Ordens des Pfeddersheimer Weins e.V. nicht nur Spitzenweine
bei prämierten VDP Winzern und in Winzergenossenschaften, sondern
erlebten auch ein breit gefächertes Kulturprogramm. Im Vulkanmuseum
„Lava Dome“ in Mendig erfuhren die Teilnehmer in einer computeranimierten Show die Geschichte zweier Eifelvulkane und ihrer Eruption, die letzte führte vor 13.000 Jahren zur Bildung des Laacher Sees . Der Besuch in einem Lavakeller, einem Stollen, in dem die Basaltlava einst
als kostbares schwarzes Baumaterial von den Mendigern ausgebeutet
wurde, ergänzte die Anschaulichkeit. Auch die Besichtigung des geheimsten
Bauwerkes in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland,
die „Dokumentationsstätte Regierungsbunker“ im Ahrtal, durfte nicht
fehlen. Von der Neuzeit zu einem römerzeitlichen Baudenkmal führte der
Besuch der Römervilla, einem 1000 qm großen Herrenhaus, das im 5.
Jahrhundert n. Chr. bei einem Hangrutsch verschüttet wurde, dessen
Mauerwerk versehen mit figuralen und floralen Motiven teilweise noch
erhalten ist. Der Vorsitzende des Ordens Günter Bleise dankte auf der
Heimfahrt im Namen aller Teilnehmer dem Ordensmitglied Dieter Kirchner
für die Planung dieser kultur- und genussreichen Exkursion in das Tal des
Rotweins.