29.10.2018 – Wormser Zeitung

Das 44. Ordensfest des „Ordens der Freunde des Pfeddersheimer Weins“ wurde am Samstagabend mit dem traditionellen Gruß „Vivat Paternam – Vivat Vinum“ vom Vorsitzenden Günter Bleise im evangelischen Gemeindehaus in Pfeddersheim eröffnet.

Das diesjährige Thema des Abends „1000 Jahre Wormser Dom“ war Anlass für eine Weinprobe mit den Domweinen aus Worms, Speyer und Trier sowie einem Domsekt aus Mainz. Thomas Peters, Weinfachmann und Kundenbetreuer des BASF-Weinkellers, leitete die rund 50 Mitglieder und Gäste durch die Degustation. Die vier Domglockenweine aus Worms, die alle von Weingütern aus Abenheim stammen, wurden mit je einem Domwein aus Speyer und Trier verglichen. Der Domsekt aus Mainz wurde zum Einlass gereicht.
Das Anfangspaar bildeten zwei Weißburgunder: ein 2016er vom Boxheimerhof und ein 2017er der Winzergenossenschaft Herxheim am Berg, die sich laut Peters beide durch ihren fruchtigen Geschmack auszeichnen würden – der Wormser Wein sei aber eleganter. Danach wurden ein 2017er Grauer Burgunder vom Klosterhof Lösch und ein 2016er Elbling gegenübergestellt. Der Elbling, der schon von den Römern an der Mosel angebaut wurde, sei schon ein Alleinstellungsmerkmal, weil dieser in Deutschland fast ausschließlich dort wächst, erklärte Peters. Der 2016er Riesling vom Weingut Schäfer überzeugte die Mitglieder durch seine Frische, dafür wäre der 2017er von den Bischöflichen Weingütern Trier, die schon seit Jahrhunderten im Besitz des dortigen Bistums sind, fruchtiger. Ein Riesling aus Trier diente auch als Tischwein. Zum Abschluss wurden auch Rotweine gekostet: ein 2016er St. Laurent vom Weingut Ludwig Weinmann und ein Spätburgunder desselben Jahrgangs aus Herxheim am Berg, der besonders gut zu Fisch passen würde, meinte der Weinfachmann.
Zwischen der Verköstigung der Domweine hielt Festredner Friedel Lahr, selbst Mitglied des Ordens und Gästeführer in Worms, einen Vortrag über die Besonderheiten und Geschichte des Doms.
Der Schriftführer des Ordens, Werner Gradinger, wollte keinen Wein herausheben: „Ich fand die Vielfalt sehr angenehm. Es war eine schöne Mischung aus Weinen, die Rheinland-Pfalz zu bieten hat, und auch wenn Pfeddersheim leider keinen Domglockenwein hat, können wir auch gut mit den Abenheimer Weinen leben.“ Gradinger lobte ebenfalls die Qualität der Weine, von denen alle aus normalen Weingütern stammten und zu bezahlbaren Preisen erhältlich wären. Die vier Domglockenweine sind unter anderem beim Dombauverein erhältlich.
Foto: pa/Balzarin
Vorsitzender Günter Bleise (links) und seine Ordensfreunde genossen leckere Weine und konnten zudem auch neue Weinbrüder im evangelischen Gemeindehaus begrüßen.