Auf Entdeckungstour zu den Spitzen-Weingütern an der Nahe

Im Rahmen ihrer Herbstfahrt an die Nahe besuchten 39 Mitglieder und Gäste des Ordens der Freunde des Pfeddersheimer Weins zunächst das Weingut Johanneshof in Bad Kreuznach-Bosenheim, in dessen Vinothek sie von der Winzerin Britta Korrell mit einem Glas Sekt begrüßt wurden. Interessiert lauschten die Gäste während der Verkostung eines Cuvée, je zwei Gutsweinen Riesling und Weißer Burgunder und zwei hervorragenden Riesling Groß-Lagenweinen, die zum Teil von Weinbergen aus dem Herzstück des Weingutes, nämlich der Spitzenlage „Paradies“ stammten, den Erläuterungen über ihre Philosophie bei der Rebstockpflege, der Vermarktung der Weine und der Bedeutung des Terroir mit seinen ausdrucksstarken Muschelkalkböden für die Typizität der Weine. Das Potenzial der Lagen spiegelt sich unter anderem wider in Auszeichnungen von drei Trauben im Gault Millau und vier Sternen im „Feinschmecker“. Die Familie Korrell betreibt schon in der 6. Generation seit 1832 Weinbau.
Weiter ging es nach Bad Kreuznach auf Entdeckungsfahrt mit dem TouristenExpress „Blauer Klaus“, vorbei an Sehenswürdigkeiten wie z.B. dem Salinental, dem Kurpark, den Brückenhäusern und viele mehr. Der Nachmittag stand im Zeichen einer Weinbergs Begehung inklusive Weindegustation im VDP-Weingut KrugerRumpf in Münster-Sarmsheim an der Nahe. Senior-Chef Stefan Rumpf referierte in einem seiner Weinberge über die Probleme des Weinbaus in Steillagen, die über 300
jährige Tradition seines Weingutes, die ständige Innovation und das Experimentieren mit der Sortenvielfalt, aber auch die Bewahrung von alten Werten. Der Winzer erläuterte seine Philosophie über eine Kreislaufwirtschaft, die er einfach als ganzeinheitliches System versteht, dass möglichst wenig Energie, Wasser und Nährstoffe von außen zugeführt werden müsse. Die Begrünung der Weinberge und der Beweidung durch Weinbergsschafe, sowie die Herstellung von eigenem Kompost sind nur einige Maßnahmen, die ihn seinem Ziel nach besserer Ökobilanz und
Weinqualität näherbringen. Die Weinfreunde erfuhren nun Details über die
Anbaugebiete und Rebsorten des Weingutes: Von 32 ha befinden sich 89% im Nahegebiet und 11% in Rheinhessen. Davon entfallen 19,5 ha auf Riesling, je 4 ha auf Grau-und Weißburgunder und 2 ha auf Spätburgunder-Reben. Drei Weine aus dem Weingut, die aus „VDP. Große Lagen“ wie z.B. dem Scharlachberg stammen, dürfen die Bezeichnung „VDP. Großes Gewächs“ tragen. Laut Gault Millau zählen die Großen Gewächse des Weingutes zur absoluten deutschen Spitze. Die nun im Gutshof stattfindende Weinverkostung von sechs Spitzenweinen mit einem
anschließenden Abendessen ließ bei den Weinfreunden keine Wünsche mehr offen.
Der Vorsitzende des Ordens, Günter Bleise, bedankte sich herzlich bei dem
Referenten für die vielen Informationen, ebenso dankte er allen Teilnehmern und nicht zuletzt dem Organisator der Veranstaltung, Vorstandsmitglied Thomas Peters.

Peter Behringer