29. Juni 2011 – Wormser Zeitung

Orden der Freunde des Pfeddersheimer Weines besucht das Nahetal

Wein, Kultur und Geschichte prägen die Exkursionen des Ordens der Freunde des Pfeddersheimer Weins seit 1974. In diesem Jahr führte eine Drei-Tages-Fahrt 40 Ordensmitglieder in das Nahetal. Dort wachsen Reben etwa auf Schiefergesteinen, vulkanischem Porphyr- oder Löss- und Lehmböden. 75 Prozent der Rebfläche sind mit weißen Trauben bestückt, wobei der Riesling mit 27,3 Prozent dominiert.Römer begründeten Weinbau an der Nahe

Die Ordensmitglieder konnten sich durch Weinproben von der Qualität der Weine bezüglich Frucht, Würze und Gehalt überzeugen. Die lateinischen Namen der besuchten Weingüter Dr. Crusius in Traisen und Tullius in Bad Sobernheim erinnern noch heute an die Anfänge des Weinanbaus dort durch die Römer.

In amüsanter Art vermittelte der Reiseleiter an zwei Tagen kulturhistorische Informationen. Die Besucher erfuhren die Geschichte des Klosters Disibodenberg, einer Wirkungsstätte der Hildegard von Bingen, und machten Halt am Hindenburg-Blick. An diesem Aussichtspunkt beobachtete Hindenburg im Jahre 1917 den Truppentransport an die Westfront. In Bad Kreuznach, dem ältesten Radon-Sole-Bad der Welt, erfuhren die Ordensmitglieder Details über die zehn mächtigen Gradierwerke.

In Idar-Oberstein übernachtete die Gruppe und besuchte das Deutsche Edelsteinmuseum.

Besuch in Bad Sobernheim

Nach einer Weinprobe in der Winzergenossenschaft Rheingrafenberg in Meddersheim ging die Exkursion nach Bad Sobernheim, der jüngsten Bäderstadt in Rheinland-Pfalz. Die eindrucksvolle Pfarrkirche St. Matthias, die Bischof Willigis um das Jahr 1000 herum weihte, besitzt wie die katholische Kirche Mariä Himmelfahrt in Pfeddersheim eine original erhaltene Orgel der Orgelbauerfamilie Stumm, von der es eine Klangkostprobe gab.

Die Weinreise des Ordens fand schließlich ihren Abschluss im Hildegardishof in Bingen. Auf der Heimfahrt dankte der Ordensvorsitzende Hermann Merck dem Organisator der Exkursion, Jürgen Germroth.