8. Oktober 2014 – Wormser Zeitung

Weinkulturelle Spurensuche nicht nur innerhalb Deutschlands bestimmen seit 40 Jahren die Exkursionen des Ordens der Freunde des Pfeddersheimer Weins. Die diesjährige Ordensfahrt führte 35 Mitglieder nach Norditalien in das in der Lombardei gelegene Valtellinatal im Norden des Comer Sees.


An den Südhängen hat sich ein etwa 50 Kilometer langes Weinanbaugebiet entwickelt. Bis zu einer Höhenlage von 800 Metern wird die Rotweinrebe „Nebbiolo“ auf terrassierten Hängen angebaut. Die Trauben werden in Handarbeit geerntet und teilweise mit Helikoptern ins Tal befördert. In traditionsreichen Weingütern auf historischem Gelände war es für die Ordensmitglieder ein Genuss, die Degustation der Weine in einer alpinen Weinlandschaft mit bodenständigen Gerichten zu genießen.

Bei einer Führung durch den historischen Stadtkern von Chiavenna erfuhren die Weinfreunde, dass die pittoresken alpinen Ortschaften schon früh zu Ruhm und Reichtum gelangten. Die Stadtführerin verwies nicht nur auf die noch unzähligen Paläste aus der Zeit der venezianischen Herrschaft, sondern auch auf die zahlreichen großen Persönlichkeiten, die einst hier lebten oder zu Gast waren.

Unter anderem Augustinermönch Martin Luther, der auf seiner Reise nach Rom im Jahr 1510 in Bergamo übernachtete. Ein weiterer Höhepunkt der Italienreise war für einen Teil der Weinfreunde eine Schifffahrt auf dem Comer See, für den anderen Teil der Reisenden eine Fahrt mit dem Panoramazug „Bernina Express“, dessen Bahnstrecke von Tirano im Valtellinatal nach dem Nobelort St. Moritz zum Unesco-Weltnaturerbe zählt. Vorsitzender Günther Bleise dankte am Ende der einwöchigen Reise besonders den Ordensmitgliedern Thomas Peters und Jürgen Germroth für die Ausarbeitung der Entdeckungsreise in die Lombardei mit ihrer Kulturgeschichte, ihrer köstlichen Küche und den Weinen.