Orden

GRÜNDUNG UND ZIELSETZUNGEN

Die Interessengemeinschaft Pfeddersheimer Winzer, die im Jahr 1960 als eine der ersten rheinhessischen Interessengemeinschaften ins Leben gerufen wurde, gründete am 26. Mai 1974 den „Orden der Freunde des Pfeddersheimer Weins“. Die Idee zu dieser Ordensgründung ging von Werner Egelhof, dem damaligen Vorsitzenden der IG Pfeddersheimer Winzer, aus, dessen Zielsetzung darin bestand, den Pfeddersheimer Wein über die örtlichen Grenzen stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Dazu sollte der neue Weinorden beitragen.

Zunächst war an einen Personenkreis von 10 bis 12 Mitgliedern gedacht, die sich um den Pfeddersheimer Wein besondere Verdienste erworben hatten. In mehreren Beratungen des IG-Vorstandes stimmte man darin überein, dass die Ordensmitglieder keine praktizierenden Winzer sein sollten, sondern Persönlichkeiten aus dem öffentlichen Leben, die durch ihren Bekanntheitsgrad allgemeines Ansehen erworben und sich bereits durch Aktivitäten für den Wein im allgemeinen und den Pfeddersheimer Wein im besonderen hervorgetan hatten.

Bei der Gründung war ein Hauptziel des neuen Weinordens die Förderung und Pflege der Weinkultur, daneben aber auch die Unterstützung der Weingeselligkeit. Ebenso galt als Ordenszielsetzung, dem Pfeddersheimer Wein gebührendes Ansehen zu verleihen. Darüber hinaus war es das besondere Anliegen von Werner Egelhof, dass sich die Ordensmitglieder auch mit dem Weinbau im örtlichen Anbaugebiet, aber auch weit darüber hinaus vertraut machen sollten. Nicht zuletzt sollte dabei auch die berufliche Tätigkeit der Winzer und Winzerinnen die gebotene Würdigung erfahren.

Die Aufnahme neuer Ordensmitglieder war schon in der Gründerzeit nur über einen Gewährsmann (Weinpate) möglich, der seinen Vorschlag nachprüfbar zu begründen hatte.

Symbol des Ordens war und ist bis heute ein Weinbecher, der an einem Band mit den Farben grün – weiß – rot bei allen Ordensfesten getragen wird. Bei der Farbgestaltung des Bandes lehnte man sich an das Bad Kösener Studentenband an, im Übrigen standen diese Farben für das Grün des Rebenblattes und die Farben des Weiß- und Rotweins. Diese Symbole haben bis heute ihre Gültigkeit bewahrt.

Die Aufnahme in den Weinorden erfolgte in der Regel beim jährlichen „Ordensfest“. Bei seiner Aufnahme in den Orden hatte das Mitglied, das sich nach der Satzung „Weinfreund“ nennt, die Ordensziele durch ein öffentliches Gelöbnis anzuerkennen. So ist es bis heute geblieben.

Im weiteren Verlauf der Ordensgeschichte wurden erweiterte Zielsetzungen entwickelt: So sollte durch örtliche und überörtliche Veranstaltungen sowie durch Fachexkursionen das Wissen um die Weinkultur, den Wein und den Weinbau stetig vergrößert werden. Seit inzwischen mehr als drei Jahrzehnten werden Fahrten in andere deutsche und benachbarte ausländische Weinanbaugebiete unternommen.

Durch eine angemessene Öffentlichkeitsarbeit konnte der Orden der Freunde des Pfeddersheimer Weins einen überregionalen Bekanntheitsgrad erwerben. Das wird auch dadurch deutlich, dass viele Ordensmitglieder außerhalb von Pfeddersheim wohnen und das Leben und Wirken des Pfeddersheimer Weinordens bereichern.

Text: Felix Zillien